2026 PastoralberatungIm Juli und August 2026 befasste sich der Dozentenrat der Orthodoxen Theologischen Fernschule intensiv mit der weiteren Entwicklung der Schule und insbesondere mit der Ausarbeitung des neuen Pastoralen Kurses für zukünftige Diakone und Priester.

Der Beratung ging ein mehrwöchiger schriftlicher Austausch zwischen den Dozenten voraus. Am 14. Juli fand zusätzlich eine gemeinsame Videokonferenz statt, bei der die unterschiedlichen Vorschläge und Fragestellungen ausführlich besprochen wurden. Die Diskussion wurde anschließend schriftlich fortgesetzt und floss in mehrere Entwürfe des Statuts und des Lehrplans der Schule ein.

Ein zentrales Thema war die Frage nach der Zielsetzung des Pastoralen Kurses: Welche Kenntnisse und Fähigkeiten benötigt ein zukünftiger Gemeindepriester? Wie lässt sich eine fundierte theologische Ausbildung mit der praktischen Vorbereitung auf Gottesdienst, Predigt und Seelsorge verbinden? Zugleich wurde diskutiert, welches akademische und wissenschaftliche Niveau für einen berufsbegleitenden pastoralen Ausbildungsgang sinnvoll und realistisch ist.

Ausführlich beraten wurde auch über die Struktur und Dauer des Studiums. Dabei standen unter anderem die Fragen im Raum, wie der bestehende Theologische Kurs mit der pastoralen Ausbildung verbunden werden soll, wie viele Studienjahre notwendig sind und wie sich Vorlesungen, Selbststudium, Prüfungen, Semesterarbeiten und Präsenzphasen sinnvoll aufeinander abstimmen lassen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Zusammensetzung des Lehrplans. Die Dozenten diskutierten, welche theologischen Grundlagenfächer vertieft werden sollten und welche zusätzlichen pastoralen Disziplinen für zukünftige Geistliche erforderlich sind. Dabei wurden unter anderem die Heilige Schrift, Liturgik und liturgische Praxis, Pastoraltheologie, Homiletik, Kirchenrecht, Missiologie, Philosophie und Religionsphilosophie sowie weitere praktische und theologische Disziplinen thematisiert. Auch die Frage nach Wahl- und Zusatzangeboten, beispielsweise Gottesdienstsprachen oder Religionspädagogik, wurde erörtert.

Besondere Aufmerksamkeit galt der praktischen Ausbildung. Diskutiert wurde, wie Gemeindepraxis, Altardienst, liturgisches Lesen und die praktische Vorbereitung auf den diakonalen und priesterlichen Dienst in ein überwiegend als Fernstudium organisiertes Programm integriert werden können. Damit verbunden war die Frage, welchen Umfang verpflichtende Präsenzveranstaltungen haben sollten.

Der Dozentenrat beschäftigte sich außerdem mit den Anforderungen an zukünftige Weihekandidaten, ihrer Begleitung während des Studiums und der Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gemeindepfarrern und Diözesanbischöfen. Dabei wurde insbesondere beraten, wie akademische Ausbildung, aktive Teilnahme am kirchlichen Leben, praktische Erfahrung und persönliche geistliche Begleitung miteinander verbunden werden können.

Weitere Themen waren die Einführung einer Abschlussarbeit, Möglichkeiten einer persönlichen akademischen Begleitung durch Tutoren, die Gestaltung und Bewertung von Prüfungen sowie der Umgang mit neuen Herausforderungen wissenschaftlichen Arbeitens, insbesondere durch den Einsatz künstlicher Intelligenz.

Auch die innere Struktur der Fernschule wurde beraten. Angesichts der wachsenden Zahl von Studenten, Dozenten und Studienangeboten wurde darüber diskutiert, welche Aufgaben künftig der Dozentenrat übernehmen soll und ob zusätzliche Strukturen für akademische, organisatorische und prüfungsbezogene Fragen notwendig werden.

Schließlich beschäftigten sich die Dozenten mit der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen orthodoxen Diözesen in Deutschland und mit der Frage, wie vorhandene Ausbildungsangebote miteinander koordiniert und gegenseitig ergänzt werden können.

Die Beratungen des Dozentenrates dienen der schrittweisen Weiterentwicklung des Statuts und des Lehrplans der Orthodoxen Theologischen Fernschule. Ziel ist es, das bestehende deutschsprachige Ausbildungsangebot weiter auszubauen und zugleich eine theologisch fundierte, praktisch orientierte und unter den Bedingungen eines berufsbegleitenden Studiums realistisch durchführbare Ausbildung zukünftiger kirchlicher Mitarbeiter und Geistlicher zu gewährleisten.