In dieser Woche hat an der Orthodoxen Theologischen Fernschule das neue Studienjahr 2026/2027 begonnen. Bereits in der vergangenen Woche fanden Informationsabende für die Studierenden des Katechesekurses, des Theologischen Kurses und des erstmals angebotenen Pastoralen Kurses statt. Dabei wurden die neuen Studierenden mit dem Aufbau der Kurse, den Unterrichtsfächern, den Dozenten und der Lernplattform vertraut gemacht.
Mit dem Beginn des neuen Studienjahres setzt sich zugleich das deutliche Wachstum der Fernschule fort. Seit ihrer Gründung im Jahr 2023 ist aus zwei zunächst noch überschaubaren Kursen ein Bildungsangebot geworden, an dem heute mehrere hundert orthodoxe Christen und Interessierte aus unterschiedlichen Diözesen teilnehmen. Im vergangenen Studienjahr 2025/26 waren bereits rund 220 Studierende in der Fernschule eingeschrieben. Nun ist die Schule erneut erheblich gewachsen.
Besonders sichtbar wird dies beim einjährigen Katechesekurs „Einführung in die Orthodoxie“. Während im vergangenen Jahr drei Gruppen mit jeweils rund 30 Teilnehmern eingerichtet wurden, beginnt der neue Jahrgang erstmals mit vier Gruppen zu jeweils etwa 30 Teilnehmern. Der Unterricht findet einmal wöchentlich online statt und umfasst Glaubenslehre, Glaubenspraxis, Gottesdienst und Kirchenjahr. Der Kurs richtet sich insbesondere an Menschen, die den orthodoxen Glauben kennenlernen, sich auf die Aufnahme in die Kirche vorbereiten oder ihre Grundkenntnisse vertiefen möchten.
Noch stärker war die Nachfrage nach dem dreijährigen Theologischen Kurs. In den vergangenen Jahren begann jeweils ein neuer Jahrgang mit zwei Gruppen von etwa 30 Studierenden. Für 2026/27 gingen dagegen mehr als 120 Anmeldungen ein. Deshalb wurden zwei zusätzliche Gruppen eingerichtet: Der neue Jahrgang startet erstmals mit insgesamt vier Gruppen. Der Theologische Kurs vermittelt über drei Jahre hinweg weiterführende Kenntnisse in zwölf Fächern, darunter Heilige Schrift, Dogmatische Theologie, Kirchengeschichte, Liturgie, Patrologie und Spirituelles Leben.
Eine besondere Neuerung dieses Studienjahres ist der Pastorale Kurs, der erstmals am 1. September begonnen hat. 25 Studenten haben sich für den fünfjährigen Ausbildungsgang eingeschrieben. Sie kommen aus verschiedenen orthodoxen Diözesen und kirchlichen Traditionen und verbindet der Wunsch, sich intensiver auf einen möglichen geistlichen und pastoralen Dienst in der Kirche vorzubereiten. Neben theologischen Lehrveranstaltungen gehören deshalb auch pastorale und praktische Fächer, Selbststudium, Gemeindepraxis und spätere Präsenzphasen zum Programm.
Verstärkung des Dozentenkollegiums
Das Wachstum der Studierendenzahlen machte zugleich eine Erweiterung des Lehrkörpers notwendig. Zum neuen Studienjahr wurde das Dozentenkollegium um sieben weitere Lehrkräfte verstärkt. Dabei bleibt ein wichtiges Merkmal der Fernschule erhalten: Lehrende und Studierende kommen aus unterschiedlichen orthodoxen Diözesen und Jurisdiktionen und arbeiten im deutschsprachigen theologischen Unterricht zusammen.
Neu beziehungsweise erstmals im regulären Unterricht eingesetzt werden unter anderem:
Priester Constantin Prihoancă aus der Rumänisch-Orthodoxen Metropolie. Er ist Pfarrer in Heidelberg und beschäftigt sich wissenschaftlich insbesondere mit Systematischer Theologie, Dogmatik, Ekklesiologie und Trinitätslehre. Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Tätigkeit hat er zudem patristische Seminare an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen angeboten. An der Fernschule wird er vor allem in Dogmatischer Theologie und Patrologie eingesetzt.
Nikolaos Alexandridis, Student der Orthodoxen Theologie in München, übernimmt Unterricht im Fach Kirchenjahr im Katechesekurs. In diesem Studienjahr unterrichtet er dort die Gruppen C und D.
Priester Vladimir Bayanov aus Würzburg übernimmt im Katechesekurs Unterricht in Glaubenslehre und Gottesdienst. Er gehört zur russisch-orthodoxen Gemeinde in Würzburg und ist dort seit vielen Jahren kirchlich tätig. (Orthodoxe Gemeinde Würzburg) Seine beiden Fächer sind für die neue Gruppe D vorgesehen.
Gregor Vasilev, Absolvent der Moskauer Geistlichen Akademie, verstärkt den theologischen Unterricht im Bereich der Göttlichen Liturgie. Er wird dabei an den bereits seit mehreren Jahren bestehenden Unterricht in diesem Fach anknüpfen.
Dr. Carolina Lutzka, Dipl.-Theol., übernimmt ebenfalls Unterricht im Bereich Göttliche Liturgie. Sie leitet das Ostkirchliche Institut an der Universität Würzburg, ist dort unter anderem für die Bibliothek und die wissenschaftlichen Publikationsreihen des Instituts verantwortlich und leitet seit 2025 auch die Würzburger Zweigstelle der Südosteuropa-Gesellschaft. (Katholisch-Theologische Fakultät) Im ersten Studienjahr des Theologischen Kurses unterrichtet sie in diesem Jahr das Fach Göttliche Liturgie in zwei Gruppen.
Priestermönch Athanasie Ulea aus München wird das Fach Spirituelles Leben übernehmen. Neben seiner theologischen Ausbildung ist er Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und bringt damit auch besondere Kenntnisse an der Schnittstelle zwischen geistlichem Leben, Seelsorge und Psychologie in die Arbeit der Fernschule ein. Er gehört zum Rumänisch-Orthodoxen Kirchenzentrum in München und war zuvor mehrere Jahre als Gemeindepfarrer tätig. (Buna Vestire)
Auch Erzpriester Dmytro Vladymyrov aus Berlin wird die Arbeit der Fernschule unterstützen und Philosophie und Religionsphilosophie. Er gehört zum Klerus der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland und dient in der Berliner Maria-Schutz-Gemeinde. (Германская Епархия РПЦЗ)
Mit dem Studienjahr 2026/27 beginnt damit für die Orthodoxe Theologische Fernschule eine neue Entwicklungsphase: Aus dem ursprünglichen Angebot eines Katechese- und eines Theologischen Kurses sind inzwischen drei unterschiedliche Bildungswege entstanden. Gleichzeitig ermöglichen zusätzliche Gruppen und neue Dozenten, dass trotz der deutlich gestiegenen Zahl der Studierenden weiterhin in überschaubaren Lerngruppen und mit persönlichem Kontakt zwischen Dozenten und Studierenden gearbeitet werden kann. Der Theologische Kurs beginnt am 1. September, der neue Katechesekurs am 2. September; beide umfassen jeweils wöchentliche 90-minütige Online-Lehrveranstaltungen.

